Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!


Ich freue mich, Sie zu den diesjährigen Wiener Gefäßgesprächen einladen und begrüßen zu dürfen. Das Thema „Niere-Ersatz-Therapie“ ist sehr weit gefasst und soll versuchen, die Komplexität der Behandlung vaskulärer Erkrankungen bei DialysepatientInnen in einem inter- und multidisziplinären Dialog zu beleuchten.

In den letzten zwei Dekaden konnten wir einige dramatische Veränderungen in der Gefäßmedizin erleben. In der endovaskulären wie in der offenen Chirurgie haben insbesondere die optimierte internistische und anästhesiologische Therapie die Grenzen des Machbaren weit verschoben. So behandeln wir zunehmend ältere und multimorbidere PatientInnen. Dies gilt besonders für DialysepatientInnen. Viele der behandlungswürdigen vaskulären Folgeerkrankungen bei dieser PatientInnenpopulation ergeben sich erst infolge der hervorragenden Grundbetreuung durch NephrologInnen und somit durch eine längere Lebenszeit der Betroffenen. Im Umfeld der zunehmenden Behandlungsmodalitäten bei komplexeren Krankheitsbildern gilt es, einerseits mit den therapeutischen Möglichkeiten auf der Höhe der Zeit zu sein und andererseits diese mit Augenmaß anzuwenden, da die Schere zwischen Sinnvollem und Machbaren zunehmend auseinanderzugehen droht. Es gilt, in allen Gefäßbereichen die unterschiedlichen Behandlungskonzepte und Strategien genau und individualisiert mit einem klaren Behandlungsziel zu evaluieren und entsprechend umzusetzen. In der Theorie ein leichtes, im klinischen Alltag jedoch – auch für hochspezialisierte Institutionen mit hohen Fallzahlen – ein sehr herausforderndes Unterfangen.

Wir freuen uns auf einen spannenden, lehr- und diskussionsreichen Kongress!
PRIM. PRIV.-DOZ. DR. AFSHIN ASSADIAN
Vorstand der Abteilung für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
Wilhelminenspital Wien